Für wen diese Academy ist
Die Academy richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler und technische Leads, die mit Coding-Agenten arbeiten wollen oder sollen, aber noch kein systematisches Vorwissen dazu haben. Du musst weder Claude Code noch Codex kennen und kein Prompt-Experte sein. Du solltest wissen, was Git, ein Build und ein automatisierter Test sind; Codebeispiele gibt es in Java und TypeScript, sie sind aber auch ohne tiefe Kenntnis beider Sprachen verständlich.
Auch wer die Fabrik betreibt oder in einem regulierten Umfeld verantwortet, findet hier den Hintergrund zu Sicherheit, Nachweis, Kosten und Betrieb. Die Details zu Installation und Konfiguration stehen in den Handbüchern; die Academy erklärt, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und wie man sie sinnvoll einsetzt.
Theorie und Praxis im Wechsel
Jedes Kapitel folgt demselben Aufbau, damit du dich schnell zurechtfindest:
- Lernziele: was du nach dem Kapitel kannst.
- Grundlagen im Wechsel mit Kästen „In der Fabrik“: Die Grundlagen erklären ein Thema herstellerneutral, so wie es für jede Arbeit mit Coding-Agenten gilt. Die Praxis-Kästen zeigen direkt danach, wie die SoftwareFabrik es umsetzt, mit Menüpfaden, Begriffen und Abläufen. Du erkennst sie an der orangefarbenen Kennzeichnung.
- Übung: eine kurze Aufgabe zum Selbermachen, meist mit Lösungsskizze zum Aufklappen.
- Kapitelfragen: sechs bis zehn Fragen, die Verständnis, Anwendung und Transfer prüfen. Jede hat eine Musterantwort zum Aufklappen. Formuliere deine Antwort, bevor du nachsiehst.
mock-Adapter: Er durchläuft den kompletten Run-Ablauf ohne echten Agenten und ohne Kosten.
Der Lernweg
Die elf Kapitel bauen aufeinander auf und lassen sich in vier Abschnitte gliedern. Wer es eilig hat, liest Kapitel 1 bis 6 und 11; wer die Fabrik im Team oder in einem regulierten Umfeld einsetzt, braucht auch 7 bis 10.
| Abschnitt | Kapitel | Leitfrage |
|---|---|---|
| Verstehen | 1, 2 | Was ist ein Coding-Agent, wie arbeitet er, und wie führt die Fabrik ihn aus? |
| Führen | 3, 4, 5 | Wie sage ich dem Agenten, was er tun soll: mit Kontext, Specs und Plänen? |
| Absichern | 6, 7, 8 | Wie prüfe ich, was er gebaut hat, wie arbeiten mehrere Agenten zusammen, und wie bleibt das sicher? |
| Verantworten | 9, 10, 11 | Wie weise ich nach, was geschehen ist, was es kostet, und wie sieht ein guter Arbeitsalltag aus? |
Kapitel 4 über Specs und EARS ist das längste und das wichtigste: Es zeigt, wie du Anforderungen so formulierst, dass ein Agent das Richtige baut und Tests es belegen. Plane dafür etwa zwei Stunden ein.
Die Kapitel
Unter jedem Kapitel stehen seine wichtigsten Lernziele. Nach dem Kapitel kannst du jeweils:
Kapitel 1: Was Agentic Coding ist
Sprachmodell und Agent, Werkzeuge, die Agenten-Schleife, das Kontextfenster, Stärken, Grenzen und Halluzinationen. In der Fabrik: das Leitbild „Du beschreibst. Die Fabrik baut. Du genehmigst.“ und die Rollen der Menschen. Etwa 50 Minuten.
- den Unterschied zwischen einem Sprachmodell und einem Coding-Agenten erklären;
- die Agenten-Schleife und die Rolle des Kontextfensters beschreiben;
- einordnen, wo Agenten stark sind, wo sie scheitern und warum Verifikation Pflicht ist.
Kapitel 2: Wie ein Coding-Agent arbeitet
Prompt und Kontext, Werkzeuge, Permissions, headless-Betrieb, Sitzungen und Modelle. In der Fabrik: Execution-Adapter, Run-Lebenszyklus und Phasen, Abo- und API-Key-Modus. Etwa 55 Minuten.
- erklären, wie ein Agent headless mit eingeschränkten Rechten arbeitet;
- die Adapter der Fabrik und ihre Betriebsarten unterscheiden;
- einen Run anlegen und seinen Lebenszyklus von
DRAFTbisCOMPLETEDverfolgen.
Kapitel 3: Kontext ist alles
Projektbeschreibung, Konventionen, AGENTS.md, Guardrails und Gedächtnis. In der Fabrik: Projekt-Assistent, Projektdefinition, Prompt-Artefakte, Engineering-Guardrails, Projekt-Memory, Teams und Agentenrollen. Etwa 55 Minuten.
- begründen, warum die Qualität des Kontexts die Qualität des Ergebnisses bestimmt;
- eine Projektdefinition so füllen, dass der erste Run gelingt;
- Guardrails, Memory und Agentenrollen gezielt einsetzen.
Kapitel 4: Specs und EARS
Warum Specs, Aufbau einer Produkt-Spec, die fünf EARS-Schablonen, typische Fehler, Given/When/Then, von Akzeptanzkriterien zu Tests, Traceability und Spec-Drift. In der Fabrik: Specs anlegen und freigeben, Spec-Modus, Spec-Run und Reverse-Spec. Etwa 120 Minuten, mit vier Übungen.
- eine Produkt-Spec mit Zielen, Nicht-Zielen und Akzeptanzkriterien mit IDs schreiben;
- Anforderungen sicher in EARS formulieren und schlechte Anforderungen umformulieren;
- aus jedem Kriterium positive, negative und Grenzfalltests ableiten und mit der AC-ID verknüpfen;
- Traceability und Spec-Drift in der Fabrik nutzen.
Kapitel 5: Planen statt drauflos
Zerlegung, Akzeptanzkriterien je Aufgabe, Abhängigkeiten, Meilensteine. In der Fabrik: Plan-Runs, Backlog, Spec- und AC-Bezug am Backlog-Eintrag, Aktivierung, Routinen, Meilensteine und Releases. Etwa 50 Minuten.
- ein Vorhaben in kleine, prüfbare Aufgaben mit Abhängigkeiten zerlegen;
- Plan-Runs und Backlog der Fabrik bedienen;
- Arbeit zu Meilensteinen und Releases bündeln.
Kapitel 6: Bauen und prüfen
Verifikation statt Vertrauen, Tests, Reviews, Korrekturschleifen. In der Fabrik: Branch je Run, Pull Request, Quality Gate mit Reviewern und Modi, Korrekturschleife, Freigabepunkte, PR- und CI-Rückkopplung. Etwa 50 Minuten.
- erklären, warum Agenten-Code verifiziert und nicht vertraut wird;
- das Quality Gate mit seinen Reviewern, Verdicts und Modi einsetzen;
- Freigaben vor Ausführung und vor dem Merge sinnvoll nutzen.
Kapitel 7: Parallel arbeiten
Multi-Agent-Orchestrierung, Konflikte, Leases, Verträge, Merge. In der Fabrik: Workflow-Ebene, Task-Graph, Child Runs, Contract Registry, Merge Queue, Integration Gate und Spec-Bindung je Task. Etwa 55 Minuten.
- begründen, warum Parallelität zwischen isolierten Arbeitsbereichen stattfinden muss;
- Besitzregeln, Leases und Verträge als Werkzeuge gegen Konflikte einsetzen;
- einen Workflow in der Fabrik planen, freigeben und integrieren.
Kapitel 8: Sicherheit
Prompt-Injection, Werkzeugrechte, Konfiguration aus fremden Repos, MCP, Lieferkette, Secrets. In der Fabrik: MCP-Nullzustand, Canary-Isolationsnachweis, MCP-Gateway, Permission-Vertrag, neutralisierte Hooks und Projekt-Settings, SBOM und Dependency-Scan. Etwa 55 Minuten.
- ein Bedrohungsmodell für Coding-Agenten aufstellen;
- die Schutzschichten der Fabrik und ihre Grenzen benennen;
- MCP-Server kontrolliert freigeben.
Kapitel 9: Nachweis und Governance
Nachvollziehbarkeit, Audit, Policies, Regulatorik. In der Fabrik: signierte Audit-Kette, Warum-Trace, Policy-as-Code, Compliance-Profile, Audit-Export, Offline-Verifier und Spec-Pflicht per Policy. Etwa 55 Minuten.
- erklären, wie Hash-Ketten und Signaturen Nachweise fälschungssicher machen;
- Policies und Compliance-Profile einordnen und anwenden;
- einen Audit-Export erzeugen und unabhängig prüfen lassen.
Kapitel 10: Modelle, Kosten, Betrieb
Modellwahl, Tokens, Caching, Budgets, Mandanten und Rollen. In der Fabrik: Modell-Routing und Rollen-Defaults, Kostenansichten, Budgets, Mandanten, RBAC und SSO, Lizenzstufen und Betriebsmodi. Etwa 50 Minuten.
- das passende Modell für Planen, Bauen und Prüfen wählen;
- Kostentreiber erkennen und Budgets setzen;
- Mandanten, Rollen und Betriebsmodus einer Instanz sinnvoll festlegen.
Kapitel 11: Der Arbeitsalltag
Ein durchgehendes Beispiel von der Idee über Spec, Freigabe, Plan, Build, Gate und Abnahme bis zum Release. Dazu Anti-Patterns und Checklisten. Etwa 60 Minuten.
- den kompletten Ablauf in der Fabrik selbstständig durchführen;
- typische Anti-Patterns erkennen und vermeiden;
- mit Checklisten vor Run, Freigabe, Merge und Release arbeiten.
Wie es weitergeht
Starte mit Kapitel 1. Parallel zur Academy helfen dir:
- Einführung: Glossar und mentales Modell der Fabrik in Kurzform.
- Schnellstart und Tutorial: die Fabrik installieren und einen vollständigen Durchlauf mit echtem Adapter machen.
- Benutzerhandbuch und Administrationshandbuch: das Nachschlagewerk für jede Einstellung.
- Bekannte Grenzen: was die Fabrik heute bewusst nicht kann.