Known Limitations · v0.19

Was die Fabrik heute noch nicht vollständig kann.

Ehrlichkeit vor Marketing: Diese Seite sammelt die aktuellen Einschränkungen an einem Ort. Sie ergänzt die Feature-Seiten und wird mit jeder Version aktualisiert. Was bereits geliefert ist, steht im Changelog.

ehrlich benannt Stand v0.19 Roadmap offen

Warum diese Seite

Die Plattform entwickelt sich schnell, und manche Bausteine sind implementiert, aber noch nicht in jedem Szenario abschließend verifiziert. Statt solche Punkte über viele Seiten zu verstreuen, führt diese Seite sie konsolidiert und unverblümt auf — damit du eine belastbare Betriebsentscheidung treffen kannst.

1. Cloud-Gateways sind experimentell

Neben den offiziellen Vendor-APIs gibt es Adapter für die Cloud-Gateways AWS Bedrock, Google Vertex AI und Azure OpenAI. Diese sind implementiert, aber noch nicht live end-to-end getestet.

  • Der produktive Einsatz eines Gateways sollte erst nach einer kundenseitigen Verifikation mit echten Cloud-Zugangsdaten erfolgen.
  • Die direkten Vendor-APIs (Anthropic, OpenAI, Google Gemini) sowie der on-prem-Betrieb über Ollama/vLLM sind davon nicht betroffen.

2. Parallele Läufe nur mit Feature-Flag — und nur auf einem Host

Bis v0.20 lief pro Projekt genau ein Run. Seit v0.21 gibt es eine Workflow-Ebene darüber: ein Vorhaben zerfällt in Tasks, die als eigenständige Child Runs parallel laufen — jeder in einem eigenen git-Worktree. Das ist standardmäßig abgeschaltet.

  • Ohne das Feature-Flag softwarefabrik.workflow.enabled verhält sich die Plattform wie vorher: ein Lauf je Workspace.
  • Mit Flag laufen höchstens drei Child Runs gleichzeitig je Workflow. Die Grenze ist bewusst niedrig: Jeder Lauf kostet Tokens, und mehr Parallelität erhöht vor allem den Integrationsaufwand.
  • Die Sperre gilt seit v0.21 dem Workspace, nicht mehr dem Projekt. Zwei Agenten im selben Verzeichnis bleiben ausgeschlossen — sonst wäre keine Änderung mehr einem Lauf zurechenbar.
  • Kein verteilter Worker-Pool. Alle Child Runs laufen als Prozesse auf einer Maschine.
  • Merge-Konflikte und Vertragsbrüche löst ein Mensch. Beide halten den Workflow an und warten auf eine Entscheidung; ein Agent, der den Branch selbst in Einklang bringt, ist geplant, aber nicht gebaut.

3. Ausführung generierten Codes — isolierte Umgebung empfohlen

Build-Runs führen von Agenten erzeugten Code aus (z.B. mvn verify, npm run build). Solcher Code sollte grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig behandelt werden.

  • Betreibe Build-Runs auf einer isolierten bzw. vertrauenswürdigen Umgebung, nicht auf einem Host mit sensiblen Zugängen.
  • Die Plattform bietet eine Container-Sandbox pro Run (execution.sandbox.variant=container, mit Netzwerk-, CPU- und Speicher-Limits). Die weitergehende Sandbox-Härtung ist in Arbeit.

4. Repo-Anbindung: Pull-Requests und CI-Rückkopplung nur für GitHub

Push, Pull-Request, CI-Statusabfrage und GitHub-Release sind gegen die GitHub-API implementiert.

  • GitLab, Bitbucket und Azure DevOps sind noch nicht angebunden. Für diese Hosts greift der lokale Merge in den Base-Branch; Branch-Isolation, Quality-Gate und Korrektur-Schleife funktionieren unverändert.
  • Die PR-/CI-Rückkopplung ist bewusst opt-in (git.pr-feedback.enabled, Default aus): unbeaufsichtigte periodische Remote-Kontakte sollen eine bewusste Betriebsentscheidung sein.
  • Der fabrikweite GitHub-Token wird nur für Hosts der Allowlist verwendet (git.allowed-hosts, Default github.com).

5. Budget-Obergrenzen wirken je Mandant, nicht je Nutzer

Token-Verbrauch und Kosten werden je Projekt, Run, Provider, Mandant und je Seat (auslösender Nutzer) erfasst und als CSV exportiert.

  • Der harte Budget-Cap greift auf Mandantenebene. Eine seat-scharfe Obergrenze gibt es nicht — die Seat-Sicht wertet aus, sie begrenzt nicht.
  • Wer nutzerscharf begrenzen muss, trennt über Mandanten.

6. Eine bekannte offene CVE im eingebetteten Tomcat

CVE-2026-66299 (CVSS 7.5) betrifft tomcat-embed-* in Version 11.0.24 — den Servlet-Container, den die Plattform einbettet.

  • Es gibt derzeit keinen Fix. 11.0.24 ist laut Maven Central die neueste verfügbare Version der 11.0.x-Linie; ein 11.0.25 existiert noch nicht.
  • Ein Downgrade wäre schädlich: 11.0.24 schließt die schwereren CVE-2026-59083 und CVE-2026-59084 (je CVSS 9.1), die in 11.0.23 und früher offen sind.
  • Der Befund ist im Scan mit Ablaufdatum 2026-11-06 hinterlegt. Danach schlägt die Prüfung bewusst wieder fehl und erzwingt eine Neubewertung — statt still zu einem Dauerzustand zu werden.
  • Sichtbar wurde er erst am 2026-08-06: Der Abhängigkeits-Scan lief in der CI zuvor ohne NVD-API-Key und damit nie vollständig durch. Der Fehler ist behoben.

Betreibe die Plattform hinter einem Reverse-Proxy und nicht offen im Internet — das ist ohnehin die empfohlene Betriebsform.

Seit der letzten Fassung dieser Seite erledigt: Die auditsichere Mehrmandanten-Trennung (getrennte Policy, Audit, Kosten und Export je Mandant) ist mit v0.17.0 geliefert. Die harte Durchsetzung von Gate-Schärfe und Pflicht-Attestierung ist mit v0.16.0 (zentraler Durchsetzungspunkt), v0.16.1 (Pflichtfreigabe der Validierungsphase) und v0.17.2 (globaler Policy-Floor statt Shadowing) abgeschlossen. Beide Punkte sind deshalb aus der Liste entfernt.
Was bereits geliefert ist, dokumentiert der Changelog / News-Bereich Version für Version. Fragen zum Betrieb beantwortet die FAQ, tiefergehende Architektur die Architektur-Seite.